Das Reh oder auch europäisches Reh besiedelte ursprünglich Waldrandzonen und -lichtungen. Mittlerweile haben sich Rehe sehr unterschiedliche Habitate erschlossen und kommen auch in offener, fast deckungsloser Agrarsteppe vor. Als Trughirsch ist es näher mit Ren, Elch und dem amerikanischen Weißwedelhirsch verwandt als mit dem in Mitteleuropa ebenfalls heimischen Rothirsch. Die männlichen Rehe werden als Böcke, die weiblichen als Ricken bezeichnet. Im Sommer sind die Tiere braun-rot, im Winter grau-braun. Das Gehörn des Rehbocks besteht aus maximal 3 Enden pro Geweihstange. Die maximale Lebenserwartung beträgt 12-15 Jahre, jedoch werden Rehe in freier Wildbahn durchschnittlich nicht älter als 8 Jahre.

Rehe sind Wiederkäuer und werden als Konzentrat Selektierer bezeichnet, da sie bevorzugt eiweißreiches Futter äsen. Während des Sommerhalbjahrs lebt das Reh überwiegend einzeln oder in kleinen Gruppen, bestehend aus einer Ricke und ihren Kitzen, im Winter bilden sich Sprünge, die meist mehr als drei oder vier Tiere umfassen. Rehe, die in der offenen Agrarlandschaft leben, bilden Sprünge von mehr als zwanzig Individuen. Rehwild ist sehr Standort treu, es ist leicht vorherzusehen, wo sich die Tiere aufhalten. In der Regel ist das Rehwild an den Stellen im Revier, an denen es die meiste Äsung finden kann.